Managementerfahrung von BMW im Einsatz für Flüchtlinge

Karl-Heinz Theis (links) und Fritz Hartig (rechts) mit Mohammed, der ohne Eltern mit seinem Bruder aus Syrien geflohen ist.

Olching, 17. Juni 2016. Zwei ehemalige Manager der BMW AG koordinieren jeweils eine Flüchtlingsunterkunft in einer Kleinstadt im Münchner Speckgürtel. Das ehrenamtliche Engagement der beiden Ruheständler ist schon fast zum Vollzeitjob geworden. Fritz Hartig und Karl-Heinz Theis aus Olching berichten über eine herausfordernde Tätigkeit, bei der ihnen ihre langjährige Erfahrung als Führungskraft gute Dienste leistet.

Wie funktioniert eigentlich ein Helferkreis, der mit rund 200 ehrenamtlichen Helfern über 400 Asylbewerber unterstützt? Nun, wie jedes mittelständische Unternehmen, möchte man meinen: ein Chef, der vorgibt, wo es lang geht; Führungskräfte, die alles managen, und zahlreiche Mitarbeiter, die die operative Arbeit leisten. Ein Organisationsplan, der oben und unten und das Miteinander abbildet. Und laut gebrüllte Anordnungen, um das unweigerliche Chaos zu übertönen. Schon gescheitert!

Ein Asylhelferkreis agiert ohne jegliche Rechtsform. Er bildet sich spontan aus Menschen, die das Bedürfnis haben, gegenüber Flüchtlingen Menschlichkeit zu zeigen und der Überzeugung sind, dass es nicht reicht, die Schwierigkeiten der Integration zu beklagen, sondern dass diese vielmehr aktiv unterstützt werden muss. Menschen aus allen sozialen Gruppen mit unterschiedlichsten Erfahrungen, mit viel oder wenig zeitlichen Ressourcen agieren freiwillig und nur so viel und so engagiert, wie ihre Motivation sie trägt. Das freiwillige Engagement ist die Triebkraft eines Helferkreises; ihr den notwendigen Freiraum zu gönnen und trotzdem gleichzeitig die Kräfte zu bündeln und auf gemeinsame Ziele und Aktivitäten auszurichten ist die Kunst, einen losen Helferkreis zu koordinieren.

Kein Masterplan regelt, welche Unterstützung ein Asylhelferkreis anbietet und wie er das zu organisieren hat. Keine Vorschrift regelt, welche Rechte und Pflichten er hat, wie er gegenüber den Asylbewerbern auftreten darf und wie die Zusammenarbeit mit den Behörden funktionieren soll. Alle strukturellen Elemente entwickeln sich eher spontan und organisch, aus dem Engagement und dem Können Einzelner heraus. So wird einer Sprecher nach außen, der Andere organisiert die Kleiderkammer, der Dritte koordiniert die Hilfsangebote in „seiner“ Unterkunft. Bewusst wird hier nicht „geführt“, vielmehr wird „koordiniert“; ein Unterschied, der nicht nur sprachlich gemeint ist. Anerkannt wird die Funktion und Leistung ausschließlich dadurch, dass die anderen Helfer auf den Koordinator hören und ihn akzeptieren.

So bietet der Asylhelferkreis Olching zurzeit folgende Unterstützung für die Asylbewerber an: Paten, die Orientierung zum Leben in Deutschland geben, Behörden- oder Arztbesuche begleiten, bei der Job- und später auch der Wohnungssuche helfen; Kinderbetreuung, um den Kindern Geborgenheit zu geben und damit sie lernen wieder zu spielen, und um den Eltern etwas Freiraum zum Deutschlernen zu gewähren; Hausaufgabenbetreuung für die Schulkinder, um die zusätzlichen Probleme, die aus dem Deutschverständnis resultieren, zu mindern; Deutsch-Sprachtraining für die Erwachsenen, um die professionellen Deutschkurse zu unterstützen; die Einrichtung einer Kleiderkammer, um gespendete Kleidung, Geschirr und andere Sachspenden fair zu verteilen; einen Fahrradservice, bei dem sich Asylbewerber verkehrstüchtige Fahrräder mieten können; Sportangebote, um sie neben der körperlichen Fitness auch am örtlichen Vereinsleben teilhaben zu lassen; und viele weitere Angebote wie Jobberatung, Hebammenvermittlung, Dolmetscherservice, Bewerbungscoaching, Einrichtung von WLAN und vieles mehr.

Viel zu organisieren! Da aber in einem Helferkreis ohne Rechtsform die klassischen Führungsinstrumente eines Unternehmens wie Aufbauorganisation, Führungsstruktur, Disziplinierung, Anordnung, Richtlinien usw. fehlen und auch nicht akzeptiert werden würden, lernt man, gänzlich anders ohne Machtinstrumente zu führen: durch Vorbild, Motivation, Freiräume, Vernetzung… Dies wird zwar auch in fortschrittlichen Unternehmen gefordert und teilweise sogar gelebt. Hier geht es aber ausschließlich so!

Die Autoren waren beide während ihrer Berufszeit Führungskräfte bei der BMW AG, einem Unternehmen, das schon immer soziale Verantwortung und eine wertschätzende Managementkultur als primäre Unternehmensziele sieht und zu seiner gesellschaftlichen Verpflichtung steht. Es eint sie die Überzeugung, sich jetzt im Ruhestand sozial zu engagieren und den Helferkreis, den sie mit aufbauen, mit dem ausschließlichen Einsatz der oben genannten Ansätze zum Erfolg zu führen. Darüber hinaus kann es aber auch für Firmen sehr gewinnbringend sein, wenn diese ihren Mitarbeitern auch in der aktiven Zeit grundsätzlich Freiraum für solch ein soziales Engagement einräumen, um damit von derartig erweiterten Führungsfähigkeiten wiederum zu profitieren. Gesellschaftliches Engagement ist bereits ein natürlicher Bestandteil in der persönlichen Zielvereinbarung der meisten Führungskräfte bei BMW. So ist es kein Zufall, wenn aktive und ehemalige Mitarbeiter sich in den verschiedensten Rollen der Flüchtlingsarbeit wiederbegegnen.

 

Kontakt für Leseranfragen:
Helferkreis Asyl Olching
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Neue Kleiderkammer für Olchinger Flüchtlinge

Olching, 11. April 2016. Das Kleiderkammer-Team des Helferkreises Asyl Olching gibt die Eröffnung einer neuen Kleiderkammer am 19. April 2016 bekannt. Die Kleiderkammer ist nun in der ehemaligen Hauptschule an der Heckenstraße 9 untergebracht. Die Räume wurden von der Stadt Olching kurzfristig zur Verfügung gestellt. Mitte März musste die alte Kleiderkammer, die in einer Sammelunterkunft untergebracht war, auf Anweisung des Landratsamtes innerhalb kürzester Zeit geräumt werden.

Der Umzug der Kleiderkammer fand in der zweiten Aprilwoche mit Hilfe von Ehrenamtlichen und Mitarbeitern des Bauhofes sowie zwei Transportfahrzeugen und vier Helfern statt, die das Landratsamt zur Verfügung gestellt hatte. „Erleichtert, erfreut und dankbar ist das Kleiderkammer-Team für die neuen Räumlichkeiten, die die Stadt Olching uns für diesen Zweck überlassen hat“, sagt Eva Gassner, die ehrenamtliche Koordinatorin der Kleiderkammer. „So ist gesichert, dass unsere Asylbewerber weiterhin mit Sach- und Kleiderspenden versorgt werden können.“ Kleidung und andere Sachspenden werden dann folgendermaßen verteilt: „Die Flüchtlinge, die in Olching wohnen, haben einen Kleiderkammer-Ausweis, der ihnen den Zugang zur Kleiderkammer gestattet. Sehr begehrte Sachen werden gegen Coupons vergeben. So wird gesteuert, dass die Spenden mit einer gewissen Gerechtigkeit verteilt werden.“ Eva Gassner fügt hinzu: „Allen Spendern sei herzlich gedankt für die Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft.“

Der Helferkreis bittet darum, Sach- und Kleiderspenden nur bei Bedarf und zu den dafür vorgesehenen Zeiten abzugeben, nämlich dienstags zwischen 17 Uhr und 18 Uhr und donnerstags zwischen 11.30 Uhr und 12 Uhr. Aktuell benötigte Kleider- und Sachspenden werden auf der Webseite des Helferkreises unter www.helferkreis-asyl-olching.de angekündigt. Immer gesucht werden Sportkleidung und Sportschuhe aller Art.

Information zum Helferkreis Asyl Olching:
Der Helferkreis Asyl Olching ist ein Zusammenschluss von über 250 Olchinger Bürgerinnen und Bürgern, die sich ehrenamtlich um die rund 430 Geflüchteten aus Kriegs- und Krisengebieten kümmern, die in Olching in fünf Sammelunterkünften und einigen dezentralen Wohnungen untergebracht sind. Unter ihnen sind auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und viele Familien mit Kindern aller Altersstufen. Nähere Informationen und Kontaktdaten zum Mitmachen finden sich auf der Webseite unter www.helferkreis-asyl-olching.de.

 

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Infoveranstaltung „Flüchtlinge in Olching“

Olching, 5. April 2016. Zum Thema „Flüchtlinge in Olching“ lädt der Helferkreis Asyl Olching am Dienstag, den 12. April 2016 zu einer Informationsveranstaltung ein, die um 19:30 Uhr im katholischen Pfarrsaal in der Pfarrstraße 8 in Olching stattfindet. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich über die Situation der Asylbewerber in Olching zu informieren und die ehrenamtliche Arbeit im Helferkreis kennenzulernen. Grundlegendes Ziel des Helferkreises ist es, die Asylbewerber in ihrem Alltag und bei ihrer Integration zu unterstützen und ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass sie in Olching willkommen sind.

 

Information zum Helferkreis Asyl Olching:
Der Helferkreis Asyl Olching ist ein Zusammenschluss von über 250 Olchinger Bürgerinnen und Bürgern, die sich ehrenamtlich um die rund 400 Geflüchteten aus Kriegs- und Krisengebieten kümmern, die in Olching in fünf Sammelunterkünften und einigen dezentralen Wohnungen untergebracht sind. Unter ihnen sind auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und viele Familien mit Kindern aller Altersstufen. Nähere Informationen und Kontaktdaten zum Mitmachen finden sich auf der Webseite unter www.helferkreis-asyl-olching.de.

 

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Unerfreuliche Situation der Kleiderkammer des Helferkreises Asyl Olching

Die Kleiderkammer des Helferkreises Asyl Olching musste Mitte März 2016 kurzfristig geräumt werden.

Olching, 21. März 2016. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des Helferkreises Asyl Olching beklagen die aktuell sehr unerfreuliche Situation mit der Kleiderkammer. Zur Zeit können Olchinger Flüchtlinge nicht mit Kleider- und Sachspenden versorgt werden, da die Kleiderkammer auf Anweisung des Landratsamts kurzfristig geräumt werden musste.

Vergangenen September wurde innerhalb kürzester Zeit durch ausschließlich ehrenamtliches Engagement eine Kleiderkammer im Keller einer Sammelunterkunft in Olching eingerichtet. Der unermüdliche Einsatz des Kleiderkammer-Teams ermöglichte in den folgenden Monaten die Aufrechterhaltung des Betriebs und eine Erweiterung, so dass die Kleider- und Sachspenden reibungslos an die Bedürftigen weitergegeben werden konnten. „Dank der großzügigen Bereitschaft der Olchinger Mitbürger gab es immer ausreichend Nachschub“, erklärt eine ehrenamtliche Helferin.

Das Landratsamt Fürstenfeldbruck wies nun die Mitarbeiterinnen der Kleiderkammer an, diese zu räumen, und zwar innerhalb kürzester Zeit. Die zahlreichen Sach- und Kleiderspenden mussten Mitte März in größter Eile von Ehrenamtlichen in über 100 Umzugskartons verpackt werden. Die Helferinnen der Kleiderkammer sehen die Verantwortung für diese Eilaktion in der mangelnden Kommunikation des Landratsamts. Sie stellen sich nun die Frage, wie es mit der Kleiderkammer weitergeht: „Werden Räumlichkeiten für eine neue Kleiderkammer zugeteilt werden? Sollte es nicht so sein, wird es künftig für Flüchtlinge, die in Olching ankommen, keine Unterstützung durch Kleider- und Sachspenden geben.“ Eine leitende Helferin stellt frustriert fest: „Auch so kann ‚Ehrenamt‘ missachtet werden!“

Der Helferkreis Asyl Olching ist ein Zusammenschluss von über 200 Olchinger Bürgerinnen und Bürgern, die sich ehrenamtlich um die rund 400 Geflüchteten aus Kriegs- und Krisengebieten kümmern, die in Olching untergebracht sind. Nähere Informationen und Kontaktdaten zum Mitmachen finden sich auf der Webseite unter www.helferkreis-asyl-olching.de.

 

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Helferkreis Asyl Olching bittet um Mithilfe

Olching, 15. März 2016. Zur Betreuung von Mitte März neu angekommenen Flüchtlingsfamilien sucht der Helferkreis Asyl Olching noch Verstärkung. Unter den rund 60 Neuankömmlingen sind auch schwangere Frauen und viele Familien mit Kindern aller Altersstufen.

Gesucht werden ehrenamtliche Helfer, die Deutsch unterrichten, Kindern bei den Hausaufgaben helfen, gelegentlich zum Arzt oder zu Behörden begleiten, den Neuankömmlingen Olching zeigen, oder eine informelle Patenschaft für eine Familie oder einzelne Person übernehmen. Den Zeitaufwand für das Engagement bestimmt der Helfer selbst, auch schon eine Stunde in der Woche hilft. Alle Helfer sind während ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit versichert.

Nähere Informationen zum Mitmachen im Helferkreis, Tipps für neue Helfer, eine Argumentationshilfe gegen Vorurteile und nützliche Links finden sich auf der Webseite unter www.helferkreis-asyl-olching.de.

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Menschen wie du und ich: Kennenlernen gegen die Angst vor dem Unbekannten

Zwei in Olching untergebrachte Brüder, die ohne ihre Eltern aus Syrien geflohen sind.(Quelle: Helferkreis Asyl Olching)

Olching, 19. Januar 2016. Um den Olchinger Bürgerinnen und Bürgern die Angst vor den hier untergebrachten Flüchtlingen zu nehmen, plädiert der Helferkreis Asyl Olching dafür, die Menschen „einfach mal kennenzulernen. Denn was man kennt, das braucht man nicht zu fürchten,“ so eine ehrenamtliche Helferin.

„Und beim Kennenlernen stellt sich dann heraus, dass die fremdländischen Gesichter, die man bisher nur aus dem Fernsehen oder der Zeitung kannte, auf einmal ganz menschlich sind – Menschen wie du und ich,“ ergänzt Karl-Heinz Theis, Sprecher des Olchinger Helferkreises. Dabei gehen die Schicksale, die sich im Gespräch offenbaren, unter die Haut: Männer, die um ihre Frau und kleinen Kinder bangen, die in Syrien in einer belagerten Stadt eingeschlossen sind, oder die auf der Flucht in der Türkei gestrandet sind. Jugendliche, die sich um die in Syrien zurückgebliebenen Eltern und Geschwister sorgen. Ein schwer krankes Mädchen aus Afghanistan, das eine überlebenswichtige Knochenmarktransplantation benötigt.

An die 200 Olchinger Bürgerinnen und Bürger sind bereits im Helferkreis Asyl Olching ehrenamtlich tätig. Einige von ihnen bringen sehr viel Zeit ein, andere helfen einmal in der Woche eine Stunde, zum Beispiel bei den Hausaufgaben, oder nur bei Bedarf, wenn zum Beispiel jemand zum Arzt oder ins Krankenhaus begleitet werden muss. Viele der Ehrenamtlichen empfinden ihr Engagement als sehr bereichernd, und nicht selten ergeben sich daraus regelrechte Freundschaften mit den „Schützlingen“.

In der zweiten Januarwoche sind zu den bereits in Olching lebenden Asylsuchenden noch rund 30 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gekommen sowie 100 Einzelpersonen und Familien mit Kindern, die nun im ehemaligen Hotel Mühlbach untergebracht sind. „Dies hat bei manchen Anwohnern Ängste ausgelöst,“ so Karl-Heinz Theis. „Das beste Mittel dagegen ist es, die Menschen kennenzulernen, zum Beispiel über ein ehrenamtliches Engagement.“ Der Helferkreis sucht nun dringend nach weiteren Helfern, insbesondere für die Unterkunft im ehemaligen Hotel Mühlbach. Informationen erhalten Interessenten über www.helferkreis-asyl-olching.de und info@helferkreis-asyl-olching.de.

 

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Helferkreis Asyl Olching sucht noch Familienpaten

Olching, 15. Dezember 2015. Zur Betreuung von neu angekommenen Flüchtlingsfamilien sucht der Helferkreis Asyl Olching noch Verstärkung. Unter den derzeit rund 220 Menschen, die hier Zuflucht vor Krieg und Verfolgung suchen, sind viele Familien mit Kindern aller Altersstufen. Sie sind in Olching in drei Sammelunterkünften und mehreren Einzelwohnungen untergebracht und kommen hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan, Irak, Somalia, Eritrea und weiteren afrikanischen Ländern.

Ganz aktuell sucht der Helferkreis ehrenamtliche Paten für drei Familien aus Syrien, eine Familie aus dem Irak und eine Familie aus Nigeria. „Die Paten sollen den Asylbewerbern Orientierung geben in Deutschland,“ erklärt Karl-Heinz Theis, Sprecher des Olchinger Helferkreises. „Die Hilfe sollte aber immer nur Hilfe zur Selbsthilfe sein. Ziel der Paten ist es, dass ihre Schützlinge in dem für sie fremden Land selbständig werden.“

Neben einer informellen „Patenschaft“ für Einzelpersonen und Familien, bei der auch mehrere Paten eine Familie gemeinsam betreuen können, gibt es weitere Möglichkeiten sich einzubringen. Gesucht werden auch ehrenamtliche Helfer, die Deutsch unterrichten, Kindern bei den Hausaufgaben helfen oder gelegentlich zum Arzt oder zu Behörden begleiten. „Den Zeitaufwand für das Engagement bestimmt der Helfer natürlich selbst,“ betont Karl-Heinz Theis. „Auch schon eine Stunde in der Woche hilft!“ Übrigens sind alle Helfer während ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit versichert.

Immer gesucht werden auch Menschen mit Sprachkenntnissen wie Arabisch, Farsi oder Dari etc., die gelegentlich beim Dolmetschen helfen können. Wer sich aus zeitlichen oder gesundheitlichen Gründen nicht persönlich einbringen möchte, kann sich zum Beispiel auch als Sponsor eines Schwimmkurses für Kinder und Jugendliche engagieren oder die Fußballmannschaft des „FC Refugees“ unterstützen, die aus unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen besteht. Nähere Informationen zum Mitmachen im Helferkreis finden sich im Internet unter www.helferkreis-asyl-olching.de.

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Ökumenischer Gottesdienst mit Flüchtlingen: Hoffnung für alle – gemeinsam sind wir stark

Die Trommler der Gruppe Diappo beim ökumenischen Gottesdienst am 22. März 2015 in St. Elisabeth in Esting.

Olching, 1. April 2015. Ein ökumenischer Gottesdienst des Pfarrverbandes Esting-Olching wurde am 22. März 2015 in St. Elisabeth in Esting gehalten. Der Gottesdienst mit anschließendem Fastenessen wurde auch von Flüchtlingen aus den Olchinger Unterkünften mitgestaltet, darunter die inzwischen bekannte senegalesische Trommlergruppe Diappo. Ursula Schmüser, ehemalige Religionslehrerin und ehrenamtlich beim Helferkreis Asyl Olching tätig, berichtet über den Agape-Gottesdienst, der unter dem Motto „Hoffnung für alle“ stand:

„Diappo nennt sich die Trommlergruppe, die aus Asylbewerbern aus einer Unterkunft in Olching besteht,“ beginnt Ursula Schmüser ihren Bericht über diesen besonderen Gottesdienst. „Diappo bedeutet ‚gemeinsam sind wir stark‘, erklärt Pfarrer Steindlmüller, als er den ökumenischen Gottesdienst am 22. März eröffnet. Er begrüßt die Trommler, die zu Beginn der Feier zu hören sind, sowie die Band Musics, die den weiteren Verlauf mit stimmigen Liedern begleiten wird. Zusammen mit der evangelischen Pfarrerin Anita Leonhard steht Joseph Steindlmüller dem Gottesdienst vor, der von dem ökumenischen Arbeitskreis der katholischen und evangelischen Gemeinden in Esting und Olching mit dem Thema ‚Hoffnung für alle‘ vorbereitet wurde. Das Anliegen dieses Gottesdienstes mit anschließendem Fastenessen ist es, auf die Situation der Asylbewerber, die in unserer Nachbarschaft leben, aufmerksam zu machen und für sie und mit ihnen zu beten.“

Die ehemalige Religionslehrerin ist seit November 2012, als in Olching-Geiselbullach die ersten Flüchtlinge eintrafen, ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv. Erst gab sie in der Unterkunft Deutschunterricht; heute kümmert sie sich hauptsächlich um die Belange der Kinder und ist für alles, was Schule und Kindergarten betrifft, zuständig. Sie fährt fort: „Die Lesung wird außer in Deutsch auch von der aus Sierra Leone stammenden Sainab auf Englisch sowie von Jacques aus dem Kongo auf Französisch gelesen. Jacques lässt uns den Text ganz spontan auch noch in seiner afrikanischen Muttersprache hören. ‚Ich verstehe nur Bahnhof‘ beginnt daraufhin Pfarrerin Anita Leonhard ihre Predigt und macht damit deutlich, wie es den Flüchtlingen geht, wenn sie in Deutschland ankommen und neben all den anderen Problemen auch unsere Sprache nicht verstehen. Die kulturellen Unterschiede, die Strapazen der Flucht und besonders die Erlebnisse in ihrer Heimat begleiten den Alltag dieser Menschen. Versuchen wir doch einmal, uns da hinein zu versetzen. Auch Fürbitten hören wir in unterschiedlichen Sprachen: Es kommen nun noch einige junge Männer aus Eritrea dazu und bringen eindrucksvoll ihre Anliegen in ihrer Muttersprache vor. Auch wenn wir nichts verstehen, so ahnen wir dennoch, um was sie sich in ihrem Gebet an Gott wenden.“

„Viele der Gottesdienstbesucher gehören dem Helferkreis Asyl Olching an und unterstützen die Asylbewerber entweder als Paten oder als Deutschlehrer oder sie koordinieren Geld- und Sachspenden oder sie helfen den Kindern bei den Hausaufgaben oder sie begleiten sie zum Sport oder, oder… Auch für sie können wir bei dieser Gelegenheit beten und ihnen danken. Die Kollekte, die ausschließlich den Asylbewerbern zugute kommt, ergibt die stolze Summe von 725 Euro,“ freut sich Ursula Schmüser.

Selten habe sie einen so stimmungsvollen Gottesdienst erlebt, erzählt sie. „Während die Band die Lieder rhythmisch begleitet, hält es die Trommler nicht mehr auf den Plätzen und bald entsteht das selbstverständliche Miteinander – das die ersehnte Integration ansatzweise erahnen lässt. Die Musik von Musics verzaubert, die Rhythmen von Diappo reißen mit, die Gottesdienstbesucher klatschen begeistert und dann zeigt einer der Trommler auch noch einen afrikanischen Tanz vor dem Altarraum.“ Die Olchingerin resümiert: „Diesen Gottesdienst werden viele so bald nicht vergessen!“

„Im Anschluss an den Gottesdienst findet ein gemeinsames Fastenessen im Pfarrsaal statt. Es gibt Suppe, Brot und Getränke und Gelegenheit, beim gemeinsamen Essen miteinander in Kontakt zu kommen. Ein Gedanke füllt den Raum: Hoffnung für alle!“ schließt Ursula Schmüser ihren Bericht über diesen besonderen Gottesdienst.

Der Helferkreis Asyl Olching ist ein Zusammenschluss von Olchinger Bürgern, die sich ehrenamtlich um die über 100 Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten kümmern, die in Olching in zwei Wohnheimen und mehreren dezentralen Wohnungen untergebracht sind. Nähere Informationen zum Mitmachen im Helferkreis finden sich auf der Webseite unter www.helferkreis-asyl-olching.de.

Asylpatenschaft – eine Ermutigung

Die Olchingerin Dr. Renate Vollertsen und Jacques bei einem Familienausflug an den Ammersee.

Olching, 10. März 2015. Die Olchingerin Dr. Renate Vollertsen kümmert sich seit September 2013 ehrenamtlich um einen Asylbewerber aus dem Kongo. Ihre Erfahrungen mit der „Patenschaft“ beschreibt die Tierärztin im Ruhestand als bereichernd. Mit ihrem Bericht über die Freundschaft, die sich zwischen ihrer Familie und dem jungen Mann entwickelt hat, möchte sie Menschen zur Begegnung mit Flüchtlingen und einer eventuellen ehrenamtlichen, informellen Patenschaft ermutigen.

„Es war schon dunkel, als ich im September 2013 auf den Aldi-Parkplatz fuhr und einen Fußgänger bemerkte, der mir höflich ‚Sie haben Vorfahrt‘ zuwinkte, so wie ich ihm gleichfalls ‚bitte gehen Sie zuerst‘ gewinkt hatte,“ erzählt Dr. Renate Vollertsen, die seit 1980 in Olching lebt und über 25 Jahre lang als Tierärztin in eigener Kleintierpraxis tätig war. „Im Geschäft traf ich ihn dann wieder: mit freundlichem Gesicht, groß und dunkelhäutig. Ich fragte ihn, wo er herkomme, und wir kamen ins Gespräch. Dann bat ich um seinen Namen und Handynummer und versprach ihm, mich zu melden. So also sind wir uns zum ersten Mal begegnet: Jacques aus dem Kongo, 30 Jahre jung, und ich, Renate aus Olching, mit amerikanischem Hintergrund und bereits Großmutter.“ So beschreibt Renate Vollertsen die erste Begegnung mit dem Asylbewerber, aus der inzwischen eine Freundschaft geworden ist. „Bei einer Einladung zum Pizzaessen bei Pico lernten wir uns dann besser kennen; anfangs war das nicht so leicht, denn mein Französisch ist mangelhaft, aber Jacques sagte stets ‚kein Problem‘. Unsere Freundschaft wuchs durch neuerliche Treffen und großes gegenseitiges Vertrauen, und die Verständigung wurde immer besser. Gerne besucht Jacques uns zum Abendbrot, oder wir nehmen ihn mit zu allerlei Gelegenheiten wie Kino, Ausflug, Verein, Familie oder Jahresfeste wie zum Beispiel der 1. Mai.“

Ihre Erfahrung aus der persönlichen Beziehung zu ihrem „Schützling“ fasst die Olchingerin folgendermaßen zusammen: „Ich denke für jeden Menschen ist es wichtig, in ganz persönlichem Kontakt wohlwollend wahrgenommen zu werden. Und mein Gewinn ist die Bereicherung und Weitung meines Lebens durch speziell eben diesen einen netten jungen Mann von einem anderen Kontinent und aus einer anderen Kultur.“

Über den Werdegang des jungen Afrikaners erzählt Renate Vollertsen: „Nach seiner Schulausbildung daheim studierte Jacques Jura, kam aber nun zu uns nach Deutschland und musste in der Flüchtlingsunterkunft in Olching ganz von vorne anfangen: Täglich Deutschkurs in München-Laim und PC- Kurs, mit erfolgreichen Abschlüssen, die er mir stolz zeigte. Nach nur etwas mehr als einem Jahr seines Hierseins bekam er im vergangenen Oktober eine Anstellung im Olchinger Gewerbegebiet bei der Firma Wiegand & Partner. Er kommt gut zurecht mit seiner Arbeit, dem Arbeitgeber und seinen Kollegen. Mit eigenem Konto und Krankenversicherung fehlt ihm nun als nächster Schritt zur Integration noch eine eigene Wohnung – nicht so einfach zu finden. Vielleicht kann jemand helfen? Mit der Fahrschule will Jacques im April beginnen, so geht es Schritt für Schritt voran in eine neue Normalität.“ Abschließend erklärt Renate Vollertsen: „Mit meinen Worten hier möchte ich Ihnen allen Mut machen, ähnliche Wege zu beschreiten gemäß einem Zitat von Martin Buber: ‚Alles wirkliche Leben ist Begegnung‘.“

Renate Vollertsen besucht regelmäßig Treffen des Helferkreises Asyl Olching, wo sie ihre Erfahrungen weitergibt. Der Helferkreis Asyl Olching ist ein Zusammenschluss von Olchinger Bürgern, die sich ehrenamtlich um die rund 100 Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten kümmern, die in Olching in zwei Wohnheimen und mehreren dezentralen Wohnungen untergebracht sind. Besonders für Neuankömmlinge sucht der Helferkreis weitere Helferinnen und Helfer, die gerne eine informelle Patenschaft für Familien oder Einzelpersonen übernehmen möchten, Deutsch unterrichten können oder sich in anderer Form einbringen möchten. Nähere Informationen zum Mitmachen im Helferkreis finden sich auf der Webseite unter www.helferkreis-asyl-olching.de.

Dringend gesucht: Wohnungen für Flüchtlinge in Olching und Umgebung

Olching, 4. November 2014. In Olching leben derzeit rund 100 Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten, die in zwei Wohnheimen und einigen Wohnungen untergebracht sind. Da in letzter Zeit fast wöchentlich neue Flüchtlinge ankommen, sucht der Helferkreis Asyl Olching dringend Wohnraum in Olching und Umgebung.

Der Helferkreis Asyl Olching, ein Zusammenschluss von ehrenamtlichen Helfern, bittet die Olchinger Bürgerinnen und Bürger, leerstehende Wohnungen, Häuser oder andere zur Unterbringung von Asylbewerbern geeignete Objekte an das Landratsamt zu vermieten. Die Miet- und Instandhaltungskosten werden dabei vom Landratsamt übernommen, es besteht somit eine Mietgarantie! Weiterhin werden auch Zimmer und Wohnungen gesucht, die direkt an bereits anerkannte Flüchtlinge vermietet werden.

Die Olchinger Asylbewerber kommen aus Syrien, Afghanistan, Irak, Somalia, Eritrea und anderen Ländern, in denen Krieg herrscht. Es sind auch viele Familien mit Kindern dabei, die nun in Esting und Olching in den Kindergarten oder die Schule gehen. Besonders für die Neuankömmlinge sucht der Helferkreis weitere Helferinnen und Helfer, die gerne eine informelle „Patenschaft“ für Familien oder Einzelpersonen übernehmen möchten, Deutsch unterrichten können oder sich in anderer Form einbringen möchten. Nähere Informationen zum Mitmachen im Helferkreis finden sich auf der neuen Webseite unter www.helferkreis-asyl-olching.de.