Menschen wie du und ich: Kennenlernen gegen die Angst vor dem Unbekannten

Zwei in Olching untergebrachte Brüder, die ohne ihre Eltern aus Syrien geflohen sind.(Quelle: Helferkreis Asyl Olching)

Olching, 19. Januar 2016. Um den Olchinger Bürgerinnen und Bürgern die Angst vor den hier untergebrachten Flüchtlingen zu nehmen, plädiert der Helferkreis Asyl Olching dafür, die Menschen „einfach mal kennenzulernen. Denn was man kennt, das braucht man nicht zu fürchten,“ so eine ehrenamtliche Helferin.

„Und beim Kennenlernen stellt sich dann heraus, dass die fremdländischen Gesichter, die man bisher nur aus dem Fernsehen oder der Zeitung kannte, auf einmal ganz menschlich sind – Menschen wie du und ich,“ ergänzt Karl-Heinz Theis, Sprecher des Olchinger Helferkreises. Dabei gehen die Schicksale, die sich im Gespräch offenbaren, unter die Haut: Männer, die um ihre Frau und kleinen Kinder bangen, die in Syrien in einer belagerten Stadt eingeschlossen sind, oder die auf der Flucht in der Türkei gestrandet sind. Jugendliche, die sich um die in Syrien zurückgebliebenen Eltern und Geschwister sorgen. Ein schwer krankes Mädchen aus Afghanistan, das eine überlebenswichtige Knochenmarktransplantation benötigt.

An die 200 Olchinger Bürgerinnen und Bürger sind bereits im Helferkreis Asyl Olching ehrenamtlich tätig. Einige von ihnen bringen sehr viel Zeit ein, andere helfen einmal in der Woche eine Stunde, zum Beispiel bei den Hausaufgaben, oder nur bei Bedarf, wenn zum Beispiel jemand zum Arzt oder ins Krankenhaus begleitet werden muss. Viele der Ehrenamtlichen empfinden ihr Engagement als sehr bereichernd, und nicht selten ergeben sich daraus regelrechte Freundschaften mit den „Schützlingen“.

In der zweiten Januarwoche sind zu den bereits in Olching lebenden Asylsuchenden noch rund 30 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gekommen sowie 100 Einzelpersonen und Familien mit Kindern, die nun im ehemaligen Hotel Mühlbach untergebracht sind. „Dies hat bei manchen Anwohnern Ängste ausgelöst,“ so Karl-Heinz Theis. „Das beste Mittel dagegen ist es, die Menschen kennenzulernen, zum Beispiel über ein ehrenamtliches Engagement.“ Der Helferkreis sucht nun dringend nach weiteren Helfern, insbesondere für die Unterkunft im ehemaligen Hotel Mühlbach. Informationen erhalten Interessenten über www.helferkreis-asyl-olching.de und info@helferkreis-asyl-olching.de.

 

Kontakt für Leseranfragen:
Helferkreis Asyl Olching
E-Mail: info@helferkreis-asyl-olching.de
Internet: www.helferkreis-asyl-olching.de

Helferkreis Asyl Olching sucht noch Familienpaten

Olching, 15. Dezember 2015. Zur Betreuung von neu angekommenen Flüchtlingsfamilien sucht der Helferkreis Asyl Olching noch Verstärkung. Unter den derzeit rund 220 Menschen, die hier Zuflucht vor Krieg und Verfolgung suchen, sind viele Familien mit Kindern aller Altersstufen. Sie sind in Olching in drei Sammelunterkünften und mehreren Einzelwohnungen untergebracht und kommen hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan, Irak, Somalia, Eritrea und weiteren afrikanischen Ländern.

Ganz aktuell sucht der Helferkreis ehrenamtliche Paten für drei Familien aus Syrien, eine Familie aus dem Irak und eine Familie aus Nigeria. „Die Paten sollen den Asylbewerbern Orientierung geben in Deutschland,“ erklärt Karl-Heinz Theis, Sprecher des Olchinger Helferkreises. „Die Hilfe sollte aber immer nur Hilfe zur Selbsthilfe sein. Ziel der Paten ist es, dass ihre Schützlinge in dem für sie fremden Land selbständig werden.“

Neben einer informellen „Patenschaft“ für Einzelpersonen und Familien, bei der auch mehrere Paten eine Familie gemeinsam betreuen können, gibt es weitere Möglichkeiten sich einzubringen. Gesucht werden auch ehrenamtliche Helfer, die Deutsch unterrichten, Kindern bei den Hausaufgaben helfen oder gelegentlich zum Arzt oder zu Behörden begleiten. „Den Zeitaufwand für das Engagement bestimmt der Helfer natürlich selbst,“ betont Karl-Heinz Theis. „Auch schon eine Stunde in der Woche hilft!“ Übrigens sind alle Helfer während ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit versichert.

Immer gesucht werden auch Menschen mit Sprachkenntnissen wie Arabisch, Farsi oder Dari etc., die gelegentlich beim Dolmetschen helfen können. Wer sich aus zeitlichen oder gesundheitlichen Gründen nicht persönlich einbringen möchte, kann sich zum Beispiel auch als Sponsor eines Schwimmkurses für Kinder und Jugendliche engagieren oder die Fußballmannschaft des „FC Refugees“ unterstützen, die aus unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen besteht. Nähere Informationen zum Mitmachen im Helferkreis finden sich im Internet unter www.helferkreis-asyl-olching.de.

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E-Mail: info@helferkreis-asyl-olching.de
Internet: www.helferkreis-asyl-olching.de

Ökumenischer Gottesdienst mit Flüchtlingen: Hoffnung für alle – gemeinsam sind wir stark

Die Trommler der Gruppe Diappo beim ökumenischen Gottesdienst am 22. März 2015 in St. Elisabeth in Esting.

Olching, 1. April 2015. Ein ökumenischer Gottesdienst des Pfarrverbandes Esting-Olching wurde am 22. März 2015 in St. Elisabeth in Esting gehalten. Der Gottesdienst mit anschließendem Fastenessen wurde auch von Flüchtlingen aus den Olchinger Unterkünften mitgestaltet, darunter die inzwischen bekannte senegalesische Trommlergruppe Diappo. Ursula Schmüser, ehemalige Religionslehrerin und ehrenamtlich beim Helferkreis Asyl Olching tätig, berichtet über den Agape-Gottesdienst, der unter dem Motto „Hoffnung für alle“ stand:

„Diappo nennt sich die Trommlergruppe, die aus Asylbewerbern aus einer Unterkunft in Olching besteht,“ beginnt Ursula Schmüser ihren Bericht über diesen besonderen Gottesdienst. „Diappo bedeutet ‚gemeinsam sind wir stark‘, erklärt Pfarrer Steindlmüller, als er den ökumenischen Gottesdienst am 22. März eröffnet. Er begrüßt die Trommler, die zu Beginn der Feier zu hören sind, sowie die Band Musics, die den weiteren Verlauf mit stimmigen Liedern begleiten wird. Zusammen mit der evangelischen Pfarrerin Anita Leonhard steht Joseph Steindlmüller dem Gottesdienst vor, der von dem ökumenischen Arbeitskreis der katholischen und evangelischen Gemeinden in Esting und Olching mit dem Thema ‚Hoffnung für alle‘ vorbereitet wurde. Das Anliegen dieses Gottesdienstes mit anschließendem Fastenessen ist es, auf die Situation der Asylbewerber, die in unserer Nachbarschaft leben, aufmerksam zu machen und für sie und mit ihnen zu beten.“

Die ehemalige Religionslehrerin ist seit November 2012, als in Olching-Geiselbullach die ersten Flüchtlinge eintrafen, ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv. Erst gab sie in der Unterkunft Deutschunterricht; heute kümmert sie sich hauptsächlich um die Belange der Kinder und ist für alles, was Schule und Kindergarten betrifft, zuständig. Sie fährt fort: „Die Lesung wird außer in Deutsch auch von der aus Sierra Leone stammenden Sainab auf Englisch sowie von Jacques aus dem Kongo auf Französisch gelesen. Jacques lässt uns den Text ganz spontan auch noch in seiner afrikanischen Muttersprache hören. ‚Ich verstehe nur Bahnhof‘ beginnt daraufhin Pfarrerin Anita Leonhard ihre Predigt und macht damit deutlich, wie es den Flüchtlingen geht, wenn sie in Deutschland ankommen und neben all den anderen Problemen auch unsere Sprache nicht verstehen. Die kulturellen Unterschiede, die Strapazen der Flucht und besonders die Erlebnisse in ihrer Heimat begleiten den Alltag dieser Menschen. Versuchen wir doch einmal, uns da hinein zu versetzen. Auch Fürbitten hören wir in unterschiedlichen Sprachen: Es kommen nun noch einige junge Männer aus Eritrea dazu und bringen eindrucksvoll ihre Anliegen in ihrer Muttersprache vor. Auch wenn wir nichts verstehen, so ahnen wir dennoch, um was sie sich in ihrem Gebet an Gott wenden.“

„Viele der Gottesdienstbesucher gehören dem Helferkreis Asyl Olching an und unterstützen die Asylbewerber entweder als Paten oder als Deutschlehrer oder sie koordinieren Geld- und Sachspenden oder sie helfen den Kindern bei den Hausaufgaben oder sie begleiten sie zum Sport oder, oder… Auch für sie können wir bei dieser Gelegenheit beten und ihnen danken. Die Kollekte, die ausschließlich den Asylbewerbern zugute kommt, ergibt die stolze Summe von 725 Euro,“ freut sich Ursula Schmüser.

Selten habe sie einen so stimmungsvollen Gottesdienst erlebt, erzählt sie. „Während die Band die Lieder rhythmisch begleitet, hält es die Trommler nicht mehr auf den Plätzen und bald entsteht das selbstverständliche Miteinander – das die ersehnte Integration ansatzweise erahnen lässt. Die Musik von Musics verzaubert, die Rhythmen von Diappo reißen mit, die Gottesdienstbesucher klatschen begeistert und dann zeigt einer der Trommler auch noch einen afrikanischen Tanz vor dem Altarraum.“ Die Olchingerin resümiert: „Diesen Gottesdienst werden viele so bald nicht vergessen!“

„Im Anschluss an den Gottesdienst findet ein gemeinsames Fastenessen im Pfarrsaal statt. Es gibt Suppe, Brot und Getränke und Gelegenheit, beim gemeinsamen Essen miteinander in Kontakt zu kommen. Ein Gedanke füllt den Raum: Hoffnung für alle!“ schließt Ursula Schmüser ihren Bericht über diesen besonderen Gottesdienst.

Der Helferkreis Asyl Olching ist ein Zusammenschluss von Olchinger Bürgern, die sich ehrenamtlich um die über 100 Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten kümmern, die in Olching in zwei Wohnheimen und mehreren dezentralen Wohnungen untergebracht sind. Nähere Informationen zum Mitmachen im Helferkreis finden sich auf der Webseite unter www.helferkreis-asyl-olching.de.

Asylpatenschaft – eine Ermutigung

Die Olchingerin Dr. Renate Vollertsen und Jacques bei einem Familienausflug an den Ammersee.

Olching, 10. März 2015. Die Olchingerin Dr. Renate Vollertsen kümmert sich seit September 2013 ehrenamtlich um einen Asylbewerber aus dem Kongo. Ihre Erfahrungen mit der „Patenschaft“ beschreibt die Tierärztin im Ruhestand als bereichernd. Mit ihrem Bericht über die Freundschaft, die sich zwischen ihrer Familie und dem jungen Mann entwickelt hat, möchte sie Menschen zur Begegnung mit Flüchtlingen und einer eventuellen ehrenamtlichen, informellen Patenschaft ermutigen.

„Es war schon dunkel, als ich im September 2013 auf den Aldi-Parkplatz fuhr und einen Fußgänger bemerkte, der mir höflich ‚Sie haben Vorfahrt‘ zuwinkte, so wie ich ihm gleichfalls ‚bitte gehen Sie zuerst‘ gewinkt hatte,“ erzählt Dr. Renate Vollertsen, die seit 1980 in Olching lebt und über 25 Jahre lang als Tierärztin in eigener Kleintierpraxis tätig war. „Im Geschäft traf ich ihn dann wieder: mit freundlichem Gesicht, groß und dunkelhäutig. Ich fragte ihn, wo er herkomme, und wir kamen ins Gespräch. Dann bat ich um seinen Namen und Handynummer und versprach ihm, mich zu melden. So also sind wir uns zum ersten Mal begegnet: Jacques aus dem Kongo, 30 Jahre jung, und ich, Renate aus Olching, mit amerikanischem Hintergrund und bereits Großmutter.“ So beschreibt Renate Vollertsen die erste Begegnung mit dem Asylbewerber, aus der inzwischen eine Freundschaft geworden ist. „Bei einer Einladung zum Pizzaessen bei Pico lernten wir uns dann besser kennen; anfangs war das nicht so leicht, denn mein Französisch ist mangelhaft, aber Jacques sagte stets ‚kein Problem‘. Unsere Freundschaft wuchs durch neuerliche Treffen und großes gegenseitiges Vertrauen, und die Verständigung wurde immer besser. Gerne besucht Jacques uns zum Abendbrot, oder wir nehmen ihn mit zu allerlei Gelegenheiten wie Kino, Ausflug, Verein, Familie oder Jahresfeste wie zum Beispiel der 1. Mai.“

Ihre Erfahrung aus der persönlichen Beziehung zu ihrem „Schützling“ fasst die Olchingerin folgendermaßen zusammen: „Ich denke für jeden Menschen ist es wichtig, in ganz persönlichem Kontakt wohlwollend wahrgenommen zu werden. Und mein Gewinn ist die Bereicherung und Weitung meines Lebens durch speziell eben diesen einen netten jungen Mann von einem anderen Kontinent und aus einer anderen Kultur.“

Über den Werdegang des jungen Afrikaners erzählt Renate Vollertsen: „Nach seiner Schulausbildung daheim studierte Jacques Jura, kam aber nun zu uns nach Deutschland und musste in der Flüchtlingsunterkunft in Olching ganz von vorne anfangen: Täglich Deutschkurs in München-Laim und PC- Kurs, mit erfolgreichen Abschlüssen, die er mir stolz zeigte. Nach nur etwas mehr als einem Jahr seines Hierseins bekam er im vergangenen Oktober eine Anstellung im Olchinger Gewerbegebiet bei der Firma Wiegand & Partner. Er kommt gut zurecht mit seiner Arbeit, dem Arbeitgeber und seinen Kollegen. Mit eigenem Konto und Krankenversicherung fehlt ihm nun als nächster Schritt zur Integration noch eine eigene Wohnung – nicht so einfach zu finden. Vielleicht kann jemand helfen? Mit der Fahrschule will Jacques im April beginnen, so geht es Schritt für Schritt voran in eine neue Normalität.“ Abschließend erklärt Renate Vollertsen: „Mit meinen Worten hier möchte ich Ihnen allen Mut machen, ähnliche Wege zu beschreiten gemäß einem Zitat von Martin Buber: ‚Alles wirkliche Leben ist Begegnung‘.“

Renate Vollertsen besucht regelmäßig Treffen des Helferkreises Asyl Olching, wo sie ihre Erfahrungen weitergibt. Der Helferkreis Asyl Olching ist ein Zusammenschluss von Olchinger Bürgern, die sich ehrenamtlich um die rund 100 Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten kümmern, die in Olching in zwei Wohnheimen und mehreren dezentralen Wohnungen untergebracht sind. Besonders für Neuankömmlinge sucht der Helferkreis weitere Helferinnen und Helfer, die gerne eine informelle Patenschaft für Familien oder Einzelpersonen übernehmen möchten, Deutsch unterrichten können oder sich in anderer Form einbringen möchten. Nähere Informationen zum Mitmachen im Helferkreis finden sich auf der Webseite unter www.helferkreis-asyl-olching.de.

Dringend gesucht: Wohnungen für Flüchtlinge in Olching und Umgebung

Olching, 4. November 2014. In Olching leben derzeit rund 100 Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten, die in zwei Wohnheimen und einigen Wohnungen untergebracht sind. Da in letzter Zeit fast wöchentlich neue Flüchtlinge ankommen, sucht der Helferkreis Asyl Olching dringend Wohnraum in Olching und Umgebung.

Der Helferkreis Asyl Olching, ein Zusammenschluss von ehrenamtlichen Helfern, bittet die Olchinger Bürgerinnen und Bürger, leerstehende Wohnungen, Häuser oder andere zur Unterbringung von Asylbewerbern geeignete Objekte an das Landratsamt zu vermieten. Die Miet- und Instandhaltungskosten werden dabei vom Landratsamt übernommen, es besteht somit eine Mietgarantie! Weiterhin werden auch Zimmer und Wohnungen gesucht, die direkt an bereits anerkannte Flüchtlinge vermietet werden.

Die Olchinger Asylbewerber kommen aus Syrien, Afghanistan, Irak, Somalia, Eritrea und anderen Ländern, in denen Krieg herrscht. Es sind auch viele Familien mit Kindern dabei, die nun in Esting und Olching in den Kindergarten oder die Schule gehen. Besonders für die Neuankömmlinge sucht der Helferkreis weitere Helferinnen und Helfer, die gerne eine informelle „Patenschaft“ für Familien oder Einzelpersonen übernehmen möchten, Deutsch unterrichten können oder sich in anderer Form einbringen möchten. Nähere Informationen zum Mitmachen im Helferkreis finden sich auf der neuen Webseite unter www.helferkreis-asyl-olching.de.